Zündfunk ist der Hummer

19. Mai 2006

Der Hummer H1 wird eingestellt und ausgerechnet der Zündfunk bringt die Botschaft. Offroad-Themen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind normalerweise so selten wie Sonderangebote an Zapfsäulen. Bei der preisgekrönten Musiksendung des Bayerischen Rundfunks aber herrscht offensichtlich erhöhte Alarmbereitschaft, wenn verdiente Trendsetter ausgemustert werden. Ähnlich wie dem Soldatentransporter droht der Sendung das Ende.

Denn Hummer fahren ist wie Zündfunk hören: mühsam. Und selten. Beide Ikonen, die für Patrioten und für Musikkritiker, leben von dem Mythos, den sie sich erarbeitet haben. Wer kauft schon einen Hummer? Und wer schaltet den Zündfunk ein? Veteranen unter sich.

Die Zündfunk-Mode-Kolumne zeichnet die Genese einer Massenbewegung nach - und entwickelt unabsichtlich das Geschäftsmodell für die eigene Sendung. Golfkrieg, Schwarzenegger, SUV-Schwemme. Hobby-Panzer an der Parkplatz-Front, Kriegsgerät im Rückspiegel der Pkw-Zivilisten. Wie deplaziert, lästert der Zündfunk.

Wie wahr, weiß der Hersteller. Denn nicht mal mehr das Militär, die ursprüngliche Zielgruppe, hält den H1 für zeitgemäß. AM General kann seiner genialsten Erfindung lässig den Saft abdrehen, denn H2 und H3 machen jetzt das Geschäft im selbst bereiteten Massenmarkt. An einem geschäftstüchtigen Nachfolger für seinen Trendsetter Zündfunk arbeitet der BR erst.

Die Zukunft? Back to the Roots. Der H1 könnte einen Nachfolger mehr bekommen, wieder maßgeschneidert für die Armee, für die der Windkanal kein Argument ist. Das optimierte Kriegsgerät würde mit Sicherheit völlig untauglich sein für deutsche Innenstädte. Wie deplaziert, könnte der Zündfunk wieder kommentieren. Aber vielleicht ein Erfolgsmodell auch für Musiksendungen.

Hart, härter, Grand Erg

15. Mai 2006

Wer findet, die Dakar sei hart, der kennt nicht die Grand Erg - das ist das Fazit von marathonrally.com. Und die Reporter wissen, wovon sie sprechen - sie waren sowohl bei der einen als auch bei der anderen Veranstaltung dabei. Die Grand Erg-Heimkehrer dürfen sich jetzt also rühmen, die “härteste Amateur-Wüstenrally” überstanden zu haben.

Titelverteidiger Frank Henning musste sich bei dieser zweiten Ausgabe mit Platz zwei zufrieden geben, Christof Brass und Dirk Lubecki gewannen nach 2.300 Kilometern auf ihrem Land Rover Defender . Im englisch-sprachigen Teil der Website berichtet marathonrally.com von dem sandigen Abenteuer. Die gesamte Wertung bei www.granderg.de im Infocenter.

Opel rückt die Preise raus

15. Mai 2006

Jetzt ist es raus, was der Opel Antara kosten wird: Die Preisliste geht bei 26.850 Euro los für den 141 PS-Benziner, der Einstiegspreis für den 2-Liter Diesel (150 PS) liegt bei 30.765 Euro. Die komplette Preisliste gibt es natürlich bei Opel.de - die viel schöneren Bilder zum Frontera-Nachfolger, der aussieht wie ein BMW X3, hat allerdings die aktuelle Druckausgabe 11/2006 von “auto motor und sport“.

Dakar 2007 verschoben

11. Mai 2006

Woran merken Rallye-Fans den Jahreswechsel? Klar, an den Eurosport-Übertragungen von der “Dakar”. Silvester 2007 würden wir also glatt verschlafen, denn der Start am Neujahrstag ist ab jetzt Geschichte: Die Dakar startet erst am 6. Januar in Lissabon. Ankunft in Senegals Hauptstadt ist am 21. Januar. Veranstalter A.S.O. hat jetzt die Strecken vorgestellt: Auf den Sandpassagen in Mauretanien werden mehr Kilometer gefahren als im Jahr zuvor.

Weiter geht’s bei RALLYE.ORG

11. Mai 2006

Die Rallye Dakar 2006, die Olympischen Winterspiele in Turin und, ach, irgendwie der lange Winter haben auf RALLYE.ORG eine “Versorgungslücke” entstehen lassen. Höchste Zeit, dass es jetzt weiter geht!
Was derzeit los ist: Die zweite Ausgabe der Marathonrallye Grand Erg tobt in Tunesien (marathonrally.com berichtet ausführlich), die Messe Abenteuer Allrad steht wieder in den Startlöchern (15. - 18. Juni), genauso wie die Berlin - Breslau. Die “BB 2006″ findet vom 24. Juni bis 1. Juli statt - was man so direkt nicht auf der Startseite lesen kann. Aber dafür gibt es ja RALLYE.ORG.

Andrea Mayer startet in Libyen

3. Januar 2006

“Was macht eigentlich Andrea Mayer”, hatte RALLYE.ORG gefragt und berichtet, dass sie statt der Dakar jetzt Bajas fahren will. Sie startet aber auch auf der Libya Desert Challenge im Buggy, klärt uns Thomas Holzknecht auf, seines Zeichens Organisator der Rallye. Hier sein Original-Kommentar bei RALLYE.ORG.

Erfolg für Pro Allrad

29. Dezember 2005

Rund 4.000 Mitglieder nur neun Monate nach der Vereinsgründung - das ist nur der kleinere Teil der Erfolgsgeschichte von Pro Allrad Deutschland. Die Interessenvertretung für Fahrer von schweren Geländewagen ist einen wichtigen Schritt weiter auf dem Weg gegen die gesetzeswidrige Abschaffung der Gewichtsbesteuerung von Wohnmobilen, Pickups und 4Wheelern. Der Finanzausschuß des Bundestages wird sich mit den Musterklagen des Vereins gegen die Novellierung des Kfz-Steuergesetzes auseinandersetzen müssen, berichtet Vereinsvorstand Stefan Specht, denn: Der Bundestag muss das vom Bundesrat beschlossene Steuergesetz noch verabschieden, ist aber durch das laufende Gerichtsverfahren blockiert. Damit könnte der Versuch, die Gewichtsbesteuerung von schweren Allradlern rückwirkend zu stoppen, ein Fall für das Bundesverfassungsgericht werden, so Specht.

Der Wermutstropfen dabei: Wie bereits auf RALLYE.ORG berichtet, wird sich der Vereinsbeitrag für 2006 tatsächlich erhöhen - und zwar auf 60 Euro.

Magazin: Klassische G-Klasse ist doch tot

28. Dezember 2005

Die klassische, rechtwinklinge G-Klasse sollte mit Einführung des Nachfolgers, der GL-Klasse, 2006 eingestellt werden - das waren die ursprünglichen Pläne von Daimler Chrysler. Im November 2005 ruderte der Konzern zurück und versprach, den 26 Jahre alten Klassiker weiter zu bauen, weiterhin bei Magna Steyr in Graz. Und zwar “auch in Zukunft”. Soweit die Vorgeschichte.

Allzu lange dürfen wir uns über den robusten Geländewagen mit den kantigen Formen dennoch nicht mehr freuen. Man müsse “klar sehen, dass die Jahre des derzeitigen Designs gezählt sind, denn irgendwann greifen die neuen Verordnungen der EU, was Themen wie passive Sicherheit und Fußgängeschutz betrifft”, berichtet “Mercedes Geländewagen”, das Magazin des Mercedes G-Club e.V. (Ausgabe 4/2005). Heinrich Wangler, Vorsitzender des Clubs, hält es für absehbar, “dass es einen adäquaten Nachfolger in einem neuen Design geben wird, dem man aber dennoch ansehen sollte, dass er ein ‘echter G’ ist”. Es sieht also so aus, als würde Daimler Chrysler die Nachfolge des G neu regeln.

Monster-Mog von Brabus

22. Dezember 2005

Mann, ist der dick, Mann! Wenn Brabus einen Unimog in die Finger bekommt, dann kann das nur ein Rekordfahrzeug werden. Gegen den “U 500 Black Edition”, der auf der Dubai Motor Show gezeigt wurde, ist der altehrwürdige “Fun Mog” aus den 90er Jahren nur ein Spielzeug. Alle Details zum Auto für Scheichs, die eh schon alles haben, zeigt www.classicdriver.com.

Titelverteidiger Mitubishi startklar

22. Dezember 2005

Großes Säbelwetzen in den letzten Tagen vor dem Start der Rallye Dakar in Lissabon. Auch Titelverteidiger Mitsubishi meldet sich aus einem kurzen Testcamp nahe Dijon in Frankreich einsatzbereit. Das Ziel ist klar: Der sechste Sieg in Folge, für die Japaner wäre das insgesamt der elfte Sieg auf einer Dakar.

“Um Rivalen mit ähnlicher Leistungsfähigkeit abzuhängen, müssen wir ein perfektes Team sein. Fahrer, Beifahrer und Mechaniker werden miteinander verschmelzen”, erklärt der achtfache Dakar-Gewinner Stephane Peterhansel seine Vision vom Sieg. Besser nachvollziehbar formuliert Luc Alphand: “Wir werden uns gegenseitig helfen müssen. Aber es kann nur einen Gewinner geben - in diesem Sinne fühle ich etwas Druck”. Auch Ex-Motorrad Pilot Nani Roma will mit aufs Treppchen: “Aber ich weiß, das wird nicht einfach”. Hiroshi Masuoka dagegen freut sich überwiegend darüber, dass die Pajeros von Jahr zu Jahr besser werden. “Das Auto fühlt sich perfekt an! Ich bin überrascht, welche Technologie-Reserven Mitsubishi noch hat”.

Den letzten großen Erfolg hatte Mitsubishi erst im November eingefahren, als Peterhansel die UEA Desert Challenge gewonnen hat. Mit seinem Pajero hat er in diesem Jahr 15.000 Renn-Kilometer abgespult - gründlicher hat kein Team ein Fahrzeug testen können. Diese Routine könnte auch 2006 wieder den entscheidenden Vorteil bringen.